Reisetagebuch Vietnam: Tag 5. – Ben Than Market, Student Tour und Bui Vien Walking Street

The Vintage Emporium

Nach unseren zwiespältigen ersten Erfahrungen mit der traditionellen vietnamesischen Küche, haben wir uns dafür entschieden, diesen Morgen mal ein bisschen weniger vietnamesisch, dafür aber ganz schön westlich zu beginnen. Das Frühstückslokal „The Vintage Emporium“ (95 Nguyễn Văn Thủ, Đa Kao, Quận 1, Hồ Chí Minh, Vietnam) stellte sich dabei als nicht ganz günstiger, aber dafür umso köstlicherer Glücksgriff heraus. Spätestens nach der „Salted Caramel Latte“ hab ich mich dann einige Minuten echt im Himmel erwägt. Auch das Spiegelei und die gerösteten Tomaten sowie die Avocado auf dem Brot haben meinem etwas angeschlagenen Magen ziemlich gut getan. Ja, habe mich nicht verschrieben: es gab Brot und der scheinbar endlos gewordenen Suche nach diesem Lebensmittel wurde damit ein jähes und ziemlich leckeres Ende gesetzt.

Leider hat mein Freund den kleinen Hühnerfuß-Suppen-Schock auf der Mekong Delta Tour ein bisschen weniger gut weggesteckt als ich und durfte trotz des für mich fast antioxidantisch wirkenden Frühstücks den Tag über mit Magenschmerzen und Übelkeit kämpfen.

 

Ben Than Market

Den Nachmittag haben wir dann damit verbracht, uns mit den Händlern des berühmten Ben Than Markets auseinanderzusetzen. Der Markt im zentral gelegenen District 1 ist ein absoluter Touri-Hotspot und von frischem Obst, über Kaffee und allem möglichen Zeug, das man als Souvenir mit nach Hause schleppen kann, gibt es hier die verschiedensten  Dinge zu ergattern. Vorausgesetzt man hat oft genug „Das Leben des Brian“ geguckt und weiß, wie man seine Feilschtechniken erfolgreich einsetzen kann. Denn wenn man nicht versucht zu handeln, verlangen die Händler wirklich unglaublich ungerechtfertigt hohe Preise. Der Markt ist in einem kleinen Gebäude untergebracht und die Stände stehen hier wirklich Seite an Seite, was einem das Ausweichen vor aufdringlichen Verkäufern fast unmöglich macht. Auch riecht es hier ziemlich streng nach Müll und altem Fleisch, denn genauso wie Verkehrsregeln sind auch Hygienestandards eher ein vernachlässigtes Gut; den ganzen Tag im warmen Markt rumliegende Lebnsmittel inklusive. Wirklich lange haben wir es hier also nicht ausgehalten; ein paar schöne Klamotten und Souvenirs haben wir trotzdem gefunden. Unter anderem den berühmten vietnamesischen Kaffee, der von dieser Katzenart ausgekackt wird. Lecker.

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Local Student Tour und vietnamesisches Essen

Für den Abend haben wir uns dann durch die Angebote diverser Booking-Seiten inspiriert für eine Local Student Tour entschieden. Bei diesem ebenfalls nicht ganz günstigen (40€ pro Person) aber fast noch lohnenderem Unterfangen als das Frühstück, haben wir mehr über die vietnamesische Kultur gelernt, als es uns irgendein Reiseführer hätte beschreiben können. Wie der Name schon sagt, geht es bei der Tour darum, dass echte vietnamesische Studenten den Touristen ihre Lieblingsplätze sowie richtig traditionelles Essen von den Essenständen an der Straße zeigen. Transportmittel ist übrigens der Roller, was mir den Tag über schon ein wenig Kopfschmerzen bereitet hat. Die beiden Studenten haben uns dann mit ihren Kisten direkt am Appartement abgeholt und sich mit uns in den absolut geisteskranken vietnamesischen Verkehr geschmissen. Jegliche Gefahren ausblendend, war das ungefähr mit das coolste, was wir in Vietnam erlebt haben und ich kann jetzt auch absolut nachvollziehen, warum dieses Fortbewegungsmitteln sich bei den Vietnamesen an so großer Beliebtheit erfreut. Irgendwie ist es eben ein bisschen ein Gefühl von Freiheit, sich  auf dem zweirädrigen Gefährt durch die bunt blinkende Stadt zu bewegen. Und schneller als mit dem Auto ist es sowieso. Wir haben  Halt an verschiedenen Orten in Ho Chi Minh City gemacht und mit den Locals am Straßenrand gesessen und das leckerste Essen gegessen, was ich hier in Vietnam bisher probiert habe. Hier mal ein kleiner Auszug aus diesen kulinarischen Köstlichkeiten:

Banh Trang: Das ist eine Art vietnamesische Pizza, die besonders bei jüngeren Leuten sehr beliebt ist. Sie besteht aus gegrilltem Reispapier und ist mit Ei und allerhand Gemüse belegt und wird erst durch die Kombination der drei Soßen (Chilli, Mayo, Süß – was war das nur genau-) so richtig lecker.

Banh Mi: Das ist vietnamesisches Baguette (wo kaufen die das bloß??) gefüllt mit allen möglichen Zutaten wie Sojasprossen, Fleisch, Gemüse, etc.). Wir haben dann später noch die Erfahrung gemacht, dass man bei Banh Mi immer ein bisschen vorsichtig sein muss, weil man nie genau weiß, was der jeweilige Verkäufer da alles so rein macht.

Pho Bo: Der Klassiker eben. Pho Bo ist ein Gericht, bei dem die traditionellen Reisnudeln mit Soja neben einer frischen, heißen Suppe serviert werden.

Goi Cuon: Ebenfalls ziemlich klassisch: Sommerrollen. Neben Reispapier bekommt man einen  riesigen Teller mit allerhand frischen Kräutern, eine Ladung Shrimps, Glasnudeln und verschiedene Soßen serviert. Daraus kann man sich seine Sommerrolle dann selbst zusammen basteln.

Auch waren wir bei dem wunderschönen Flower Market, dem größten Handelsplatz für Blumen in Ho Chi Minh sowie auf einer Brücke, bei der sich die Einheimischen Jugendliche bei Blick auf die grade wachsende Skyline der Neubauten das ein oder andere Tiger-Bier genehmigen. Dabei haben uns die beiden Studenten sehr viel über misslungene vietnamesische Baukunst, Karaoke und das anstrengende Schülerdasein in Vietnam erzählt und uns damit unheimlich interessante Einblicke in die vietnamesische Kultur gewährt.

Hier mal der Link für alle Interessierten: https://www.tripadvisor.de/ShowUserReviews-g293925-d8765849-r445801833-Onetrip_Adventures-Ho_Chi_Minh_City.html

 

Bui Vien– Walking Street – Das Bangkok Vietnams

Und weil der Tag nicht schon aufregend genug war, sind wir dann spätabends noch mit meinem Bruder und seinen Freunden ordentlich auf die Piste gegangen. Angefangen hat der Abend in der zwar ziemlich teuren aber super schönen East West Brewery Company (181 – 185 Lý Tự Trọng, Phường Bến Thành, Quận 1, Hồ Chí Minh, Vietnam). Von da aus sind wir weiter Richtung Packpackerviertel und Party Meile namens „Bui Vien“. Tsja, was soll ich sagen. Wer auf Lachgas, dröhnenden Lärm, verrückte Menschen und jede Menge Alkohol steht, der wird hier ganz bestimmt glücklich. Mein Bruder hat diese verwobene Ecke Ho Chi Minh’s ein bisschen mit der berühmten Partymeile in Bangkok, die wir ja alle aus Hangover kennen, verglichen. Und wahrscheinlich geht es wirklich ähnlich verrückt hier von statten. Menschen mit Schlangen um den Hals, Feuerkünstler und jede Menge betrunkene Touristen wandeln hier hypnotisiert durch die Straßen und exen einen Drink nach dem anderen. Das ganze Treiben ist schon auf eine seltsame Art super faszinierend und überwältigend, jeden Abend könnte ich mich hier wohl aber nicht herumtreiben. Gestützt wurde dieses Bild von den vielen bettelenden Kindern, die getrieben von ihren Eltern mit hoffnungslosen, leeren Blicken in die gläsernen Augen der Touristen blicken. Denn auch das gehört zu Vietnam; eine ziemlich große Armut, die ich mir einfach nicht wegtrinken konnte und auch gar nicht wollte.

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