Mein Teneriffa Guide – über die angebliche „Rentnerinsel“

Heyho,

und endlich (oder soll ich lieber sagen leider) bin ich aus dem Trott der Sommermonate raus- und im ganz normalen Alltag angekommen. Und während draußen schon die ersten braunen Blätter durch die Lüfte wehen, ist es für mich endlich an der Zeit den Sommer für mich Revue passieren zu lassen und damit festzuhalten.

Wie aus der Überschrift unschwer zu erkennen ist, handelt es sich bei diesem Beitrag um einen kleinen Teneriffa Guide. Ähnlich dem Sylt Guide, erzähl ich einfach ein paar für mich wichtige Fakten über die grünste der kanarischen Insel und freue mich, wenn ich jemanden, der vielleicht auch überlegt mal einen Abstecher in die Nähe des Afrikanischen Kontinents zu machen, die Entscheidung etwas erleichtern kann. Und natürlich freu ich mich auch über jeden, der obwohl er vielleicht schon tausend mal auf Teneriffa war, trotzdem diesen Beitrag liest.

Generell ist es natürlich immer ratsam, sich vor dem Antritt einer Reise gewissenhaft über das angepeilte Reiseziel und alle damit verbundenen Gegebenheiten zu informieren; manchmal geht man zum Beispiel aus Zeitmangel aber auch gerne etwas blauäugig in die Sache rein und erlebt dann wie wir (meine liebste Freundin Sarah, die mit mir diese schlussendlich doch wunderbare Reise angetreten hat) so manche Überraschung.

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Erstmal: das Vorurteil – Teneriffa = Rentnerinsel? 

Wer kennt sie nicht: die Großeltern oder vielleicht die Großeltern der Freunde, die es jedes Jahr mindestens einmal auf eine der kanarischen Inseln verschlägt. Besonders Teneriffa soll ja nach altbekanntem Klischee ein ziemlicher Magnet für ältere Herrschaften sein und auch wenn man sich einige Internetforen über das Inselchen durchliest, haben die dortigen Revues oft einen seltsamen Beigeschmack, wenn es um das Hauptalter der Touristen geht.

Deswegen sind die kanarischen Inseln und spezielle Teneriffa bei vielen eher jüngeren Menschen vielleicht nicht die erste Wahl, wenn es um die Planung des Sommerurlaubs geht. Aber wie viel ist eigentlich dran an dem Gerücht, dass die Strände dort nur so überlaufen sind von der älteren Generation?

Vielleicht kann ich das nicht vollständig beurteilen, weil es wohl vor allem die Wintermonate sind, die den Schwarm von eher älteren Menschen locken. Dennoch muss ich für meinen Teil muss sagen, dass ich davon überhaupt nicht mitbekommen hab und mir weder besonders viele alte noch besonders viele junge Menschen irgendwie besonders aufgefallen wären und das obwohl wir uns im eher „milderen“ Teil Teneriffas aufgehalten haben, dem Norden. Wo wir auch schon zum nächsten Thema kommen.

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Der Norden

Der Norden auf Teneriffa macht seinem Namen alle Ehre und Sarah und ich, beide durch unseren Wohnsitz bestens vertraut mit dem Norden und seinen besonderen Eigenheiten, hätten uns vor Buchungsantritt eveeeentueell genauer mit diesen Eigenheiten beschäftigten können.

Wer hätte denn aber auch ahnen können, das das Wetter an den beiden entgegenliegenden Küsten Teneriffas unterschiedlicher nicht sein könnte. Während der Süden und der sich dort befindende Hauptferienort Playa de las Américas mit jeder Menge Sonne und heißen Temperaturen gesegnet ist, sieht die Lage im Norden mit seinen Touristenhotspots Santa Cruz de Tenerife und Puerto de la Cruz oft ganz schön anders aus. Aufgrund seiner Lage am Fuße  des höchste Berges Spaniens, ist es im Norden nämlich ziemlich oft ziemlich wolkig und auch die Temperaturen sind oft zu faul, das Temperaturtreppchen hoch hinaus zu steigen.

Nun gut, sowas ist natürlich nicht schlecht zu wissen, wenn man eigentlich vorhatte sich 7 Tage durchgehend von der Sonne kross braten zu lassen. Sonnenbaden ist natürlich auch bei 25 Grad und Wolken möglich, macht aber den wahren UV-Junkies weitaus weniger Spaß. Besonders frech fand ich es dann, dass wir trotz Wolken und hohem Lichtschutzfaktor trotzdem einen ordentlichen Sonnenbrand als Souvenir mit nach Hause tragen durften. Die UV-Strahlung ist nämlich auf ganz Teneriffa gefühlt ne große Stufe heftiger als in anderen europäischen Urlaubsländern und macht vor der noch so dichtesten Wolkendecke keinen Halt.

Braun wird man also sowohl im Norden wie auch im Süden und grade für Menschen, die sich sowieso eher im Schatten aufhalten, ist der Norden der perfekte Ort.

Generell hat uns Puerto de la Cruz ziemlich gut gefallen. Der Ort ist super süß und die sehr ungewohnten Vulkanstrände haben auch irgendwie einen ganz besonderen Reiz. Wer auf leckeres, spanisches Essen steht ist hier wohl genau wie in allen anderen Orten Teneriffas absolut richtig. Tapas sind aber auch geil…

 

 

Vulkanwelten

Auch wenn unser vordergründiges Ziel des Urlaubs sich auf das ausgiebige Sonnenbaden bezog, wollten wir uns auch ein bisschen näher mit der wunderschönen Natur Teneriffas beschäftigen und dem gewaltigen Teide einen Besuch abstatten. Wann hat man schließlich schon die Möglichkeit sich einem echten Vulkan zu nähern?!

Wir haben die „Teide by Night Tour“ gebucht, die ich übrigens allen Vulkan- und Sternenhimmel Fans wärmstens empfehlen kann.

Hier schon mal der Link, für alle, die sich noch etwas genauer informieren wollen:

https://teidebynight.com/de/

Abgeholt wurden wir gegen Mittag mit einem Reisebus, der uns dank super lieber Reiseleitung und witzigem Busfahrer sicher an unser Ziel gebracht hat: den Nationalpark El Teide. Bestaunen kann man hier verschiedene Vulkangesteinsarten, Überreste der Ausmaße ängst vergangener Naturgewalten und natürlich den Teide selbst. Wie der Name der Tour ja schon verrät, wollten wir uns dem Vulkan auch bei Nacht nähern und sind bis spät abends im Nationalpark geblieben. Mit einem Gläschen Sekt haben wir den super  romandischen Sonnenuntergang bestaunt. Ist die Sonne dann erstmal untergegangen, kann man den wirklich schönsten Sternenhimmel bewundern, den ich in meinem ganzen  Leben je gesehen hab. Über 20 Sternenbilder hat die Reiseleitung uns erklärt, von denen ich allerdings, auch dank der immens guter Sektversorgung, leider nicht mehr ganz so viele wiedergeben kann. Sogar ein paar Planeten konnte man vor hier bewundern. Schon verrückt wie klein man sich fühlt im Angesichts dieser gigantischen Unendlichkeit des Himmels.

Achso, und bisschen froh war ich dann auch, als wir wohlbehalten wieder im Hotel angekommen sind. Ist ja schließlich noch ein aktiver Vulkan, der gute Teide.

 

 

Unterbringung

Auch was die Wahl der Unterbringung angeht, haben wir in diesem Urlaub nicht grade den Jackpot geknackt. Generell ist es genau wie in jedem anderen europäischen Urlaubsland immer ratsam, eher in den Früh-oder Spätsommerwochen seine Reise zu planen. Da das aber aufgrund blöder bürokratischer Strukturen, die sich in vielen Fällen auch Job nennt, nicht immer möglich ist, seine Wunschreisezeit zu wählen, muss man für den Sommerteint manchmal eben ein paar Abstriche machen.

Diese Abstriche haben sich bei uns dann in der Hotelwahl geäußert, die zwar sehr nah am Wasser war, sich in Punkto Ausstattung aber als ziemlich renovierungsbedürftig herausstellte. Dass man in riesen Ferienhotelkomplexen jede Menge extra bezahlen muss, war uns zwar von vornherein klar,  Gebühr für W-Lan und den Zimmersafe ist dann aber doch irgendwie frech. Egal, Studenten und Azubis haben sowieso nichts Wertvolles. Aufpreise für Meerzimmer, Aufpreise für den Safe, Aufpreis für die bloße Existenz. Da wird einem manchmal schon ein bisschen übel angesichts der Tatsache, dass wir für die Bruchbude sowieso schon ne ganze Menge Geld hingeblättert haben.

Wer nicht ganz so lauffaul ist wie wir,  sollte sich daher vielleicht für ein Hotel abseits vom Strand entscheiden, welches mit großer Sicherheit sowohl günstiger wie auch schöner sein wird.

Dennoch sollte hier nicht unerwähnt bleiben, dass zumindest das Essen mehr als solide war. Ähnlich wie schon auf Sylt, hab ich mich hier hauptsächlich von aller Hand Meeresgetier ernährt. Hach ja, ich liebe Inseln.

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Loro Park

Die zwei Haupttouriattraktionen auf Teneriffa sind definitiv der Siam Wasserpark und der Loro Tierpark. Da der Wasserpark im Süden der Insel liegt, konnten wir diesem leider keinen Besuch abstatten, was aber aufgrund der Tatsache, dass Sarah sowieso nicht der größte Rutschenfan ist, sowieso eher entbehrlich war.

Der Loro Park hingegen befand sich nur ca. 10 Minuten von unserem Hotel entfernt und so konnten wir uns es nicht nehmen lassen, diesem einen kleinen Besuch abzustatten. 40 Euro Eintrittspreis fand ich dann aber doch verdammt happig.

Das Tierparks nicht grade unumstritten sind, ist mir durchaus bewusst. Ich selbst bin natürlich auch kein Fan von Käfighaltung und weiß, dass kein Tierpark der Welt irgendwie vergleichbar ist mit der freien Wildbahn. Dennoch hatte man im Loro Park schon das Gefühl, dass die meisten Tiere hier ordentlich Platz haben und auch so ein ziemlich komfortables Leben führe. finde, dass man zumindest ein bisschen das Gefühlt hat, dass die Tiere hier doch ordentlich Platz und ein ziemlich komfortables Leben haben.

Auch wirbt der Loro Park in ziemlich großen Stil für die selbst gegründete Loro-Parque-Stiftung, die sich weltweit für die Erhaltung und den Schutz bedrohter Papageien und Meeressäuger einsetzt. Es gibt ein riesiges Kino, welches einen Film über die Entwicklung unserer Planeten und die Folgen des menschlichen Handelns für Umwelt und Tiere genauer erläutert.

Klares Manko sind definitiv die  Orka- und Delfinshows. Zwar gibt der Loro Park an, einige der Orkas aus dem Meer gerettet zu haben, da diese aufgrund körperlicher Defizite nicht in der freien Natur überleben hätten  können, dennoch leben hier schließlich auch völlig gesunde Tiere. Begründen tut der Park das mit den besseren Forschungsmöglichkeiten der Tiere, die schlussendlich Positive Auswirkungen auf die Artgenossen im Ozean haben sollen. Ich finde dieses Thema ziemlich schwierig, grade weil der Grad zwischen Tierquälerei und Artenschutz hier ziemlich schmal ist. Irgendwie hat mich der Besuch daher auch besonders für dieses Thema sensibilisiert und ich werde mich definitiv noch näher damit beschäftigen.

Der Loro Park beeindruckt besonders durch seine ziemlich schöne Aufmachung, die einen durch urwaldartige Wege, über Brücken mit wunderschönen exotischen Teichen und Gewächsen und über dicht bewaldete Gassen vorbei an riesigen Palmen führt.

 

 

 

A little party never killed nobody

Und wie feiert es sich so auf einer vermeintlichen Rentnerinsel?

Da ich natürlich nur für Puerto de la Cruz und somit für den Norden Teneriffas sprechen kann, fällt die Beantwortung dieser äußerst relevanten Frage nicht ganz so umfassend aus, wie ich es gerne hätte. Generell hab ich mir aber sagen lassen und auch in diesem Internetz viel darüber gelesen, dass die Korken dann doch eher im Süden knallen. Da treiben sich dann nämlich tatsächlich ein paar mehr Jungspunde als im Norden rum und dementsprechend größer ist dort auch die Partykultur unter den Touristen.

In Puerto de la Cruz wird man zwar auch ständig beschallt, allerdings weniger von aktueller Discomukke, sondern von komisch verkleideten Hotelentertainern, die die ganze Nacht spanische Hits von vor 20 Jahren zum Besten geben und sich gemeinsam mit den älteren Herrschaften beschwipst im Kreise drehen. Das kann ganz schön laut werden. Da sagt mal einer im Alter wird man ruhiger…

Ansonsten kann Puerto eher mit vielen gemütlichen Bar dienen, die einem zum nächtlichen Plausch beim Glässchen Wein einladen.  Zwar gibt es auch die ein oder andere coole Partylocation, dort sind in der Regel allerdings eher Einheimische anzutreffen. Eine besonders gute Nachricht ist allerdings, dass der Alkohol auf Teneriffa super billig ist und man anders als in Deutschland nach einem netten Barabend nicht plötzlich 50 Euro ärmer ist. Da kommt doch direkt Laune auf! 😀

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So, das wars dann tatsächlich mit meinem kleinen (großen) Teneriffa Guide! Ich hoffe ihr genießt die letzten Sonnenstrahlen, bevor die dicken Jacken wieder aus dem Kleiderschrank gekramt werden müssen…

Ein tolles Wochenende wünsch ich!

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