Mein Sylt Guide – oder wie ich die Insel erlebt habe

Einen wunderschönen Montagabend!

Unsanft durch meinen Wecker aus den Tiefen meiner Träume gerissen, musste ich heute Morgen traurig feststellen, dass ich mich wieder in meinem trauten Heim in Lüneburg befinde und nicht mehr im Urlaub in Westerland auf Sylt. Verdammt aber auch. Und dann ist es auch noch Montag und der Blick in meinen Terminkalender entlockt mir ein wehleidiges Stöhnen: ich bretter nämlich volles Rohr auf die Klausurenphase zu. It’s that time of the year again… „Ich will zurück nach Westerland…“, singt meine innere Stimme im Duett mit Farin Urlaub. Die Erinnerungen sind noch frisch und deswegen nutze ich sie jetzt, um einen kleinen Sylt-Guide für meine Studentenfreunde, Reisebegeisterte und Syltinteressierte zu verfassen.

Als kleine Background Info sollte ich vielleicht erwähnen, dass ich natürlich nicht alleine im Urlaub war, sondern mit meiner Familie und meinem Freund.

 

Anreise:

Ganz vorweg, einfach weil ich es nicht unerwähnt lassen kann: Sylt hat tatsächlich einen Flughafen und dieser Flughafen ist wohl der putzigste Flughafen, den ich je gesehen habe. Es gibt dort genau zwei Terminals in einem Gebäude,welches aussieht wie eine ziemlich geräumige Familienvilla mit einem leuchtturmartigen Mast auf dem Dach. Umso erstaunlicher ist es, dass hier doch tatsächlich Passagiermaschinen landen und der Flughafen so besonders am Wochenende aus allen Nähten zu platzen scheint. Ich persönlich würde aber nie auf die Idee kommen nach Sylt zu fliegen, weil das erstens sau teuer und zweitens schlecht für die liebe Mutter Natur ist.

Die Anreise mit dem Zug gestaltet sich auch ziemlich simpel. Grade, weil ich ja sowieso im Norden von Deutschland wohne, war ich nach circa. 3 Stunden am Bahnhof Niebüll, von wo aus die Züge sich ihren Weg über den Damm Richtung Sylt bahnen. Die Anreise mit dem Auto funktioniert über den Autozug, der ebenfalls über den Damm tuckert.

Da der Damm immer nur einseitig befahrbar ist, kommt es an den Bahnhöfen in und vor Sylt nicht selten zu Verspätungen (weil gut kalkuliert durch die wunderbare DB). Ich hab diese aber für die lohnenswerte Überfahrt mit wirklich wunderschönem Ausblick auf das Wattenmeer gerne in Kauf genommen und versuche den nächsten Unterpunkt nicht wie eine Amazonkundenrezension klingen zu lassen!

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Ein sehr ästhetisches Bild von dem Auto meiner Eltern, während sie auf den Autozug auffahren!

 

 

Shoppen:

Es ist wohl kein Geheimnis, dass es besonders die besser situierten Menschen in den Sommermonaten auf die Insel zieht. Dementsprechend gestaltet sich leider auch das Einkaufsangebot, welches  hauptsächlich mit teuren Marken und edlen Boutiquen lockt. Die wenigen erschwinglichen Läden sind hauptsächlich Mode-Ketten, die man in jeder größeren Innenstadt sowieso ständig vor der Nase hat. So richtig Spaß macht das nicht. Unermüdlich konnte ich mich aber trotzdem nicht mit dem Gedanken abfinden, so ganz ohne ein Souvenir nach Hause zu dümpeln und bin nach einigem Suchen dann doch fündig geworden. Outback heißt der Laden, der die Hipsterherzen höher schlagen lässt und auch mich den Geldbeutel hat zücken lassen.

Guckt mal auf der Webseite vorbei oder fahrt gleich nach Sylt und besucht das Lädchen! https://www.outback-sylt.de

 

Schietwetter:

Jeder, der schon mal an der Nordsee war, weiß, dass die Wahrscheinlichkeit, dass man hier von einem deftigen Windstoß empfangen wird, relativ hoch ist. Ich muss halt aber leider auch erwähnen, dass wir schon richtig heftig Pech mit dem Wetter hatten. Es war sau kalt und nach jedem Strandspaziergang hatte ich gefühlte 10 Kilo Sand in den Schuhen, zwischen den Zähnen und in meinen Haaren. Da ich leider nicht halb so hartgesotten wie die FKKler bin, hab ich es nicht geschafft, mehr als meinen großen Zeh ins Wasser zu halten. Schietwetter halt.

Wenn es dann doch mal ein bisschen wärmer wird (was dieses Jahr wohl ganz zum Erstaunen der Sylter schon sehr oft der Fall war) laden die wunderschönen weiten Strände definitiv zum bruzzeln und erholen ein. Sylt ist schon bei schlechtem Wetter mehr als erträglich und ich freue mich wirklich für alle, die in den Genuss eines warmen und sonnigen Sylts kommen. Da kann Malle mal sowas von einpacken gehen.

 

 

A little party never killed nobody

Hach ja, die Jugend von heute! Dass die immer so viel Action brauchen. Tatsächlich haben wir unseren Actionbedarf in Sylt eher durch wilde Strandspaziergänge in orkanartigen Böhen als durch eskalative Partys gestillt. Besonders viele Bären steppen auf Sylt allerdings sowieso nicht.

Die Partyszene in Westerland sieht selbst am Wochenende eher mau aus und vom Hörensagen weiß ich, dass das auch auf dem Rest der Insel nicht wesentlich anders sein soll.

Einen lustigen Barabend kann man dennoch hier verbringen!  Für satte 32 Euro haben wir in einer ansonsten komplett leeren Bar mit 3 Litern Bier Bierpong gespielt, um uns anschließend in der Wunderbar mit feinstem Schlager betönen zu lassen.  Die wirklich sehr entspannte Atmosphäre und das super nette Barpersonal haben uns selbst „Viva Colonia“ schmackhaft machen können, was mich die Wunderbar in ziemlich guter Erinnerung halten wird. Wen es nach Westerland verschlägt, sollte unbedingt einen Blick hier hinein werfen: https://sylt-wunderbar.de

Generell würde ich behaupten, dass es in Sylt gerade für jüngeres, (nicht-Champanger-trinkendes) Publikum relativ wenige Unterhaltungsmöglichkeiten gibt, ganz abgesehen von den teilweise wirklich unverschämten Preisen, die einen rückwärts aus den Latschen fallen lassen.

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Essen

Wer nach Sylt fährt wird nur schwer an den ganzen Fischbuden vorbeikommen, die die neusten Waren aus der Nordsee anpreisen. So hab ich mich auch verdächtig oft mit einem Fischbrötchen in der Hand ertappt, welches auch die kulinarische Bandbreite meines Urlaubs beschreibt. Egal ob im Restaurant oder auf dem Grill: irgendwie ist da immer der Fisch gelandet.

 

 

Stimmung

Absolut begeistert war ich von den Vibes und der Stimmung auf Sylt. Ich weiß nicht ob es daran liegt, dass die meisten hier nur Urlaub machen, ob es das Meer und die Briese von Freiheit ist, die einem mit jedem Windstoß um die Nase fliegt oder doch einfach die Tatsache, dass die Insel so fernab von allen Sorgen zu treiben scheint. Aber die Stimmung auf der Insel war trotz des durchaus richtig beschissenen Wetters immer gut. Ob es die Verkäufer auf den Märkten, der Barkeeper in der Bar oder die Passanten auf den Straßen waren: ein fröhliches „Moin“ hat die Stimmung in fast jeder Situation gehoben und es kamen einige wirklich coole Gespräche mit uns wildfremden Menschen zu Stande. Ich hab die Zeit wirklich sehr genossen und kann jedem nur empfehlen, den nächsten Urlaub vielleicht mal im eigenen Land zu verbringen!

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Grüße und eine entspannte und sonnige Woche,

Alex

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