LUNATIC 2018 – FESTIVALZEIT

 

Pünktlich zum meteorologischen Sommeranfang hat das Lunatic-Festival in Lüneburg erneut seine Toren geöffnet und  somit die Festival Saison gebührend eingeläutet. Vom 01. bis zum 02.06 konnte auf dem Campusgelände der Leuphana Universität ordentlich gefeiert werden. Das Festival hat seinen ganz eigenen Charme und war den Besuch definitiv wert. Hier ein kleiner Bericht über mein letztes Wochenende!

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Freitag

Die Hitze staut sich beharrlich in meinem nach Osten gerichtetem Zimmer und reißt mich unbarmherzig aus dem Schlaf. Ein kurzer Blick auf mein Handy verrät mir, dass es gerade mal 8 Uhr in der Früh ist. Absolut unchristliche Zeit für einen Studenten mit völlig verschobenem Tagesrhythmus, der ein langes und aufregendes Festivalwochenende vor sich hat. Gefühlte 20 verzweifelte Einschlafversuche später, gebe ich mich geschlagen, reiße die Fenster auf und blicke der triumphierenden Sonne entgegen. Ich hab Bock!

Schnell gefrühstückt und Festival-mäßig zurechtgemacht (soweit mir das meine Talentfreiheit für jegliche Schmink-und Stylingaktivitäten erlaubt), sause ich zu einem Kumpel, mit dem ich zur Einstimmung ganz genüsslich einen Aperol Spritz verköstige und über die anstehenden Acts plaudere.

Festivaltag 1 beginnt ziemlich sehr entspannt mit ein paar Bier, leckerem Handbrot und jeder Menge Sonne, die uns auf der Suche nach schattigen Plätzen über das Gelände leitet. Hier und da lauschen wir der Musik, treffen Freunde, alte Bekannte und lassen uns von der guten Stimmung mitreißen.

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ES IST SO LECKER, I’M GONNA DIE!

Durch das Blätterdach der Bäume tingelnd, fällt meinem Kumpel ein, dass bei ihm Zuhause jetzt ein kleiner Umzug ansteht. Ein paar Matratzen und ein Umzugskarton warten auf ein schattiges Plätzchen im Auto seiner Eltern. (Der gute Herr hat nämlich beschlossen das Wochenende nach dem Lunatic nach Australien zu reisen und einfach ein ganzes Jahr nicht mehr wiederzukommen. Frech!) Das Festivalgelände verlassen und mal eben ein bisschen umziehen? Kein Problem, denk ich mir übermotiviert! In meiner Naivität schwelgend treten wir den Heimweg an. Ich finde mich mit einem Umzugskarton in der Hand die Treppe runterstolpernd wieder. Mal davon abgesehen, das meine Motorik ohnehin nicht grade immer sehr verlässlich ist: wenn es Preise für Tollpatschigkeit geben würde, könntet ihr in meinem Zimmer  eine Trophäensammlung bestaunen. Denn, es kommt, wie es kommen muss: der Boden des Umzugskartons löst sich von den Wänden und gefühlte tausend Kleiderbügel ergießen sich auf den Holzdielen des Treppenhauses. Nun ja, der Wille war da, denke ich mir, während ich mit großen Augen auf die Unordnung am Boden blicke.

Ein Festivaltag ist eben ein Festivaltag und Umzüge sind einfach keine festivalerprobten Tätigkeiten! Anders als zum Beispiel Tanzen oder Bier trinken.Das kann man als Festivalbesucher, aber umziehen?  Ich beschließe, dass ich meine Motorik nicht weiter auf die Probe stellen will und fahre zurück zum Gelände. Endlich ist meine beste Freundin aus Hamburg angekommen. Wir fallen und freudestrahlend in die Arme und begeben uns zurück in die Menge feiernder Menschen. Wir besuchen Initativenstände, die ihre neusten Events vorstellen, lauschen der Musik von Konzerten und finden uns am Ende des Tages, wie sollte es anders sein, bei der Essensmeile wieder.

Die Sonne hat sich mittlerweile ihren Weg über den Horizont gebahnt und die Dunkelheit der Nacht hüllt das Gelände in einen Schleier aus zufriedener Müdigkeit. Ich sehne mich nach meinem Bett, das mich spät abends dann freudig in Empfang nimmt und sanft in den zweiten Festivaltag begleitet.

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Samstag

Ich bin unendlich dankbar, dass die Sonne mich an diesem Morgen verschont und ich ganz gepflegt bis 10 Uhr ausschlafen kann. Dafür nehme ich sogar in Kauf, dass wir sie auch den restlichen Tag nicht mehr zu Gesicht bekommen sollten. Der zweite Lunatictag ist von einem hellen Wolkenschleier überdacht. Geplättet vom Vortag und nach neuen Kräften ringend, gönne ich mir mit zwei Freunden ein ordentliches Frühstück in der Innenstadt. Mit Lachs, Wurst, Käse und jeder Menge Brötchen im Bauch, fühle ich mich bereit für viele neue Erlebnisse und Geschichten.

Der zweite Tag ähnelt dem ersten, ist aber doch irgendwie total anders. Es ist das gleiche Essen, die gleichen Stände und auch die Musik ähnelt der des Vortages. Dennoch lernen ich mit meinen Freunden an diesen ganz viele neue Menschen kennen. Wir tanzen unsere Füße beim Techno-Floor wund, erholen uns auf der Wiese liegend und wuseln quer über das Gelände mit Menschen, die wir grade kennen gelernt haben, uns aber durch dieses Festivalfeeling so unglaublich vertraut vorkommen. Auch heute gebe ich viel zu viel Geld für Essen aus und liege regelmäßig mit vollem Bauch vor dem Handbrotstand, welcher sich als allgemeiner Treffpunkt für mich und meine verfressenen Freunde etabliert hat.

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Auch ein paar Celebrities zieht es nach Lüneburg zum Lunatic! 😀

Der Tag vergeht wie im Flug und als und das Grau der Nacht das Gelände erneut erreicht, können wir gar nicht glauben, dass es schon wieder vorbei sein soll. Wir weigern uns, uns dem Ende hinzugeben und verlegen das Lunatic einfach in die Lüneburger Innenstadt, die sich ab dem späten Abend mit Festivalgängern füllt, die versuchen das Ende so weit wie möglich hinaus zu schieben. Wir lassen das Festival bis tief in die Nacht ausklingen und versuchen lachend den Tag mit einem Desperados in der Hand zu rekonstruieren.

Gegen 3 Uhr Nachts gebe ich dann auf. Man soll schließlich aufhören, wenn es am Schönsten ist. Wer hat sich das eigentlich ausgedacht? Es war schön und wir wollen noch lange nicht aufhören. Mein Körper sieht das leider ein bisschen anders und zwingt mich den Heimweg anzutreten. Mit lauter tollen Erinnerungen und schönen Gedanken im Kopf, betrete ich den holprigen Weg Richtung Kater-Sonntag, der Lüneburg die Möglichkeit geben sollte, sich von den Strapazen zu erholen und den Countdown für das nächste Lunatic festlegen sollte.

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