Über das Schreiben schreiben

 

“Manchmal liest man ein Buch, und es erfüllt einen mit diesem seltsamen Missionstrieb, und du bist überzeugt, dass die kaputte Welt nur geheilt werden kann, wenn alle Menschen dieser Erde dieses eine Buch gelesen haben.“

– John Green, The Fault in Our Stars

 

Ich bin mir ehrlich gesagt selbst nicht ganz sicher, ob dieser kleine Beitrag hier als eine Art unterbewusste Rechtfertigung für mich selbst fungieren soll, warum ich der Meinung bin, meine Worte in die Welt hinaus posaunen zu müssen oder ob ich doch eher dabei bin, eine kleine Homage an die Worte, Schriften und Bücher dieser Erde  zu schreiben. Wie dem auch sei.

Es ist wirklich nicht so, als wäre ich eines dieser Wunderlesekiddis gewesen, dass mit 6 Jahren schon dreimal „die drei Musketiere“ und sechsmal „Harry Potter“ durchgeschmöckert hat. Ganz im Gegenteil. Schon mit dem Lesen-und Schreibenlernen hatte ich lange Zeit mehr oder weniger schwerwiegende Problemchen. Diktate waren lange Zeit mein Mathe. Rechtschreibung und besonders Kommasetzung kam mir immer furchtbar perfektionistisch vor. Versteht doch auch falsch geschrieben jeder was ich meine, wo ist da jetzt das Problem?

Meine Deutschlehrerin erklärte mir dann ganz genau, wo denn da das Problem ist. Als alter Hase im Grundschulgeschäft behandelte sie mich wie alle Rechtschreibproblemfälle und haute mir erbarmungslos regelmäßig 5en und einen ziemlich bedrückt wirkenden Smiley auf meine Papiere. Regelmäßig durfte ich auch meine Nachmittage damit verbringen,  vormals falsch geschrieben Worte in Endlosschleifen korrigiert auf ein am nächsten Tag abzugebendes Papier zu kritzeln.

Ich erinnere mich noch genau an den Wendepunkt in dieser doch eher weniger glorreichen Karriere: Kleinalex, motiviert das ganze Rechtschreibwirrwarr endlich in ihre Birne zu bekommen, erledigte ihre alltägliche Korrektur besonders gründlich und schrieb das Wort gleich viermal so oft auf, wie vorgegeben.  Als ich dann wie ein Honigkuchenpferd grinsend vor meiner Deutschlehrerin stand und ihr das Heft in die Hand drückte, ungeduldig auf den sicher gleich folgenden Applaus wartend, bemerkte ich, dass ich der richtigen Schreibweise vor lauter Quantität irgendwie keine Bedeutung mehr beigemessen hatte…Ich glaube meine Deutschlehrerin hat in diesem Moment wirklich ein bisschen an ihrer Berufswahl gezweifelt. Nach einem mitleidigen Blick ihrerseits fing ich jedenfalls bitterlich an zu weinen. Das ist halt so ein Kinderding, wenn einem nichts anderes mehr einfällt.

Irgendwann hat das dann doch auch mit den Diktaten geklappt. Wie von selbst. Kommaregeln sind mir zwar immer noch ein Mysterium, aber ich glaube, dass die ähnlich wie Mathe eben einfach nicht zum verstehen, sondern zum befolgen gemacht worden sind. Meinetwegen.

Nach diesem irgendwie doch ziemlich holprigen Start, bin ich dann aber doch eine totale Deutschliebhaberin geworden. Mir gefiel die Lektüre, vor allem aber gefiel mir das Schreiben. Meistens sogar besser als das Reden. Ich mag die Gewähltheit, die mit dem Schreiben in Verbindung steht und die Gedanken, die sich viel langsamer mit den Worten kreuzen können.

Ich glaube vor ungefähr 5 Jahren hab ich dann das erste Mal das Buch „die Bücherdiebin“ von Markus Zusak gelesen. Zugegeben, im ersten Moment hat mich diese nationalsozialistische Thematik ein bisschen abgeschreckt (bisschen viel N24 geguckt). Dann war ich aber doch überrascht, wie sehr mich grade dieses Buch in den Bann zog. Ich geb es zu; manchmal bin ich ziemlich einfach gestrickt; komplexere Themen schrecken mich ab, genauso wie viele Wort doch immer ein größerer Angang sind. Um nochmal kurz auf das Buch zurück zu kommen: Ich mag die Art wie Worte (denn nichts anderes sind Bücher, aneinander gereihte, sinnproduzierendeWorte) der Protagonistin das Leben retten, weil die Worte sie zur richtigen Zeit an den richtigen Ort geführt haben und ich mag die Art, wie Worten eine ganz ungeheure Kraft zugeschrieben wird, die man glaube ich nur fühlen kann, wen man sich darauf einlässt. Wenn man anfängt zu lesen, wenn man anfängt zu schreiben, wenn man anfängt zu reden.

Ich mag Worte und ich hoffe ihr meine.

Bücher 2

In der Sonne lesen schon so Top Drei der besten Dinge, die man so tun kann!

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