Was macht eigentlich eine Hostess? Ein Erfahrungsbericht über meinen Nebenjob.

Bevor ich euch über meine Erfahrungen als Hostess berichte, will ich eines vorweg erst einmal klar stellen: Eine Hostess ist kein Callgirl, kein Begleitservice oder welche anrüchigen Gedanken euch auch sonst noch so in den Sinn kommen mögen, wenn ihr den Begriff hört. Ich erwähne das deshalb, weil ich den Eindruck habe, dass ein paar engstirnige Menschen da draußen diese verschiedenen „Berufe“ gerne mal durcheinander bringen, der Begriff „Hostess“ dadurch teilweise leider ein bisschen in Mitleidenschaft gezogen worden ist und in einigen Köpfen doch ganz sonderbare Konnotationen hervorruft. Es kommt mit Sicherheit vor,  dass Hostessen gleichzeitig auch Callgirls sind oder wie auch immer. Ich will das hier aber weder verurteilt, noch weiter thematisieren.

Wenn ihr euch aus welchen Gründen auch immer (bei mir war es definitiv das immerwährende Cashflow-Problem, mit dem man als Student – wenn man natürlich nicht grade Justus Aurelius heißt und BWL studiert – fortwährend zu kämpfen hat) dazu entscheidet, euch bei einer Hostess-Agentur anzumelden, solltet ihr euch darüber im Klaren sein, dass es nicht „den einen“ Job gibt, sondern dass sich die Aufgaben von Kunde zu Kunde und von Veranstaltung zu Veranstaltung unterscheiden. Aus diesem Grund stellt natürlich keine meiner Erfahrungen ein Musterbeispiel für „einen Tag im Beruf der Hostess“ dar; dennoch ähneln oder überschneiden sich die Tätigkeiten in vielen Fällen und es gibt einige Aufgaben, die sich in fast allen Jobs wiederfinden.

Besonders reizvoll finde ich am Job der Hostess, dass man insbesondere bei Messen oft mehrere Tage am Stück arbeitet und demnach in relativ kurzer Zeit viel Geld verdient. Das ist besonders praktisch, wenn man sich wie ich während dem Semester gerne uneingeschränkt auf sein Studium konzentrieren möchte und die dafür erforderliche Finanzierung gerne auf die Semesterferien schiebt.

Besonders bei Messen sind Hostessen nämlich (was für ein Zufall, dass sich das auch noch reimt, haha) sehr gefragt und diese gibt es zu fast jeder Zeit in fast jeder deutschen Großstadt. Wobei wir an dem Punkt angelangt wären, dass man als Hostess zumindest in der Nähe einer größeren Stadt wohnen sollte, wenn man nicht vorhat das ganze Gehalt allein bei An- und Abreise für die Wucherpreise der Deutschen Bahn zu verprassen. Die typischen Tätigkeiten bei Messen sind Getränke servieren, als Ansprechpartner für Kunden bereit stehen oder den Messebesuchern sämtliches Werbematerial in die Hände drücken. Arbeitet ihr mit anderen Hostessen in eurem Alter und ist das Unternehmen einigermaßen entspannt, dann verspricht es eine gute Zeit zu werden, die ihr im Idealfall  nicht nur mit Stress und Anstrengung, sondern auch mit der Gewinnung vieler neuer Kontakte und vielleicht sogar Freunde in Verbindung bringt.

Es ist kein Geheimnis, dass man sich als Hostess einigermaßen adrett kleiden muss und ihr somit einen Großteil der Zeit im „Business Outfit“ herumlaufen werdet; das sieht schick aus, ist aber absolut nicht bequem. Zumindest nicht, wenn man wie ich ansonsten eher der Fraktion „Jogginghose“ zuzuordnen ist. Die wohl fußfeindlichsten und am wenigsten Profil besitzenden Schuhe namens „Ballerinas“ werden auf Messen deine Anzughose und die Bluse abrunden und dir tägliche platt gelaufene Füße schenken. Falls ihr zu den Aliens gehört, die stundenlang ohne Schmerzen in Pumps rumlaufen könnt, ist euch das auf den meisten Messen natürlich freigestellt. Einen Job annehmen, bei dem das Tragen eben jener Pflicht ist, werde ich aber grundsätzlich immer ablehnen. Meiner Meinung nach ist es nicht zumutbar, jemanden über mehrere Tage hinweg von morgens bis abends auf diesen Stelzen rumlaufen zu lassen. Außer natürlich es handelt sich um einen ganz kurzen Job, wie zum Beispiel ein Midnight Shopping, bei dem ihr nur wenige Stunden im Einsatz seid. Da lohnt es sich dann aber nochmal abzuwägen, ob euch die paar Kröten das beengende Gefühl am Fuß wert sind…

Besonders Messen sind oft überlaufen und aufgrund der vielen Tätigkeiten, für die eine Hostess gebucht wird, vergeht die Zeit oft wie im Flug. Natürlich kann es auch passieren, dass absolut gar nichts los ist und ihr euch stundenlang die Beine in den Bauch stehen müsst. Aber ganz ehrlich? Selbst das ist leicht verdientes Geld.

Es hängt  also von vielen Faktoren ab, ob der jeweilige Job euch Spaß machen wird oder nicht. Dazu gehören der Kunde, die anderen Hostessen, der Aufgabenbereich, die Stimmung allgemein und natürlich eurer eigenes Wohlbefinden. Sollte euch wirklich mal ein Unternehmen schlecht behandeln, heillos überfordern oder dummerweise doch was mit den Berufsgrenzen von Hostess und Callgirl durcheinander gebracht haben, müsst ihr euch das natürlich in keinem Fall gefallen lassen. Wenn euch irgendwas auch nur auf die entfernteste Weise komisch, anrüchig oder was auch immer vorkommt, seid ihr frei in der Entscheidung, das Verhältnis aufzulösen, eure Sachen zu packen und abzudampfen! Ich spreche hier natürlich vom Worst-Case Szenario, dass euch mit größter Wahrscheinlichkeit nicht ereilen wird.

Natürlich ist der Hostess-Job kein Job auf Lebenszeit, da die Einsätze und das davon abhängende  Gehalt eben doch immer stark daran gebunden sind, wie oft ihr dann tatsächlich gebucht werdet. Als Nebenjob zum Studium oder auch zur Ausbildung eignet er sich aber grade aufgrund dieser Flexibilität alle mal!

Hier nochmal eine kleine Zusammenfassung für alle, die genau wie ich oft zu faul dafür sind sich ellenlange Texte durchzulesen, wenn sie doch nur ein Minimum an Informationen benötigen:

Typische Aufgaben: (variieren natürlich je nach Job)

Getränke servieren, Kaffee machen, Essen servieren, Aufräumtätigkeiten (Stand/Theke/etc.) sauber halten, Besucher/Gäste begrüßen, Akkreditierungsaufgaben, Promotion

Pro:

+ Flexibilität  +Gutes Gehalt  +viel Geld innerhalb kurzer Zeit  +Kontakte  +Spontanität +Abwechslung

Contra:

– Keine konstanten Einnahmen  –Schwierig zu planen, da viele Kunden erst kurz vor Jobantritt Bescheid geben   – nur in großen Städten sinnvoll

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Wenn ihr Glück habt, arbeitet ihr dann auch mal mit so freshen Barista zusammen, die euch einfachmal morgens euren persönlichen Kaffee servieren!

Ich hoffe, dass euch dieser Beitrag einen kleinen Einblick in den Nebejob geboten hat und ihr jetzt besser abwägen könnt, ob ihr euch als Hostess bewerben wollt oder eben nicht.

Go for it und vergesst nicht, mir von euren Erfahrungen zu berichten!

3 Gedanken zu “Was macht eigentlich eine Hostess? Ein Erfahrungsbericht über meinen Nebenjob.

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