Hostess als Nebenjob

 

Ein kurzer Erfahrungsbericht

 

Bevor ich euch über meine Erfahrungen, die ich mit dem „Hostessentum“ so gemacht habe, berichte, sollte eines vorweg erst einmal klar gestellt werden: Eine Hostess ist kein Callgirl, kein Begleitservice oder welche anrüchigen Gedanken euch auch sonst noch so in den Sinn kommen mögen. Ich sage euch das deshalb, weil ich den Eindruck habe, dass ein paar engstirnige Menschen da draußen diese verschiedenen „Berufe“ gerne mal durcheinander bringen und das Wort „Hostess“ dadurch teilweise leider ein bisschen in Mitleidenschaft gezogen worden ist und in einigen Köpfen doch ganz sonderbare Konnotationen hervorruft.

Ich will natürlich nicht bestreiten, dass die Übergänge in einigen Bereichen schon ein bisschen schwammig sind und dass auch einige Frauen unter dem Deckmantel der Hostess ihre Tätigkeiten ein bisschen „erweitern“…Das kommt mit Sicherheit vor, soll hier aber weder verurteilt, noch weiter thematisiert werden. Generell ist der Hostess-Job eine absolut seriöse und durchaus auch anspruchsvolle Tätigkeit.

Wenn ihr euch aus welchen Gründen auch immer (bei mir war es definitiv das immerwährende Cashflow-Problem, mit dem man als Student – wenn man natürlich nicht grade Justus Aurelius heißt und BWL studiert – fortwährend zu kämpfen hat)  dazu entscheidet, euch bei einer Hostess Agentur anzumelden, solltet ihr euch darüber im klaren sein, dass es nicht „den einen“ Job gibt, sondern dass sich die Aufgaben von Kunde zu Kunde unterscheiden. Aus diesem Grund stellt natürlich keine meiner Erfahrungen ein „Musterbeispiel für den Tag im Beruf der Hostess“ dar; dennoch ähneln sich die Tätigkeiten in vielen Fällen schon und es gibt viele Aufgaben, die sich in den meisten Jobs wiederholen.

Mit dem Job angefangen habe ich aufgrund des bereits erwähntem, leider immer ein bisschen zu leichtem Portmonee, das sich mit meiner Reiselust und meinem Faible für geiles (und leider oft teures) Essen nicht so prickelnd verträgt. Gelockt hat mich ganz ehrlich die Tatsache, dass man als Hostess in einer Woche so viel verdienen kann, wie bei einem ganz normalen, bei Studenten oft beliebtem, Minijob (sprich 450€ Basis). Da ich trotz meines geisteswissenschaftlichen Studiums dann doch auch ab und zu auch mal in die Uni gehen muss, fallen viele weitere Möglichkeiten der Geldeinnahme eben einfach weg. Gründe hin oder her: ich hab mich dazu entschieden neben meinem Studium als Hostess zu arbeiten!

Besonders bei Messen sind Hostessen (was für ein Zufall, dass sich das auch noch reimt, haha) sehr gefragt und diese gibt es zu fast jeder Zeit in fast jeder deutschen Großstadt. Wobei wir an dem Punkt angelangt wären, dass man als Hostess zumindest in der Nähe einer größeren Stadt wohnen sollte, wenn man nicht vorhat das ganze Gehalt allein für Anreise für die Wucherpreise der Deutschen Bahn auszugeben.

Zurück zur Messe: Für mich persönlich machen Messen auch deswegen viel Sinn, da diese sich meistens über mehrere Tage erstrecken und man dort prima in den Semesterferien in einer Woche viel Geld verdienen kann. Die typischen Tätigkeiten bei Messen sind Getränke servieren, als Ansprechpartner für Kunden bereit stehen oder den Messebesuchern sämtliches Werbematerial in die Hände drücken. Arbeitest du mit anderen Hostessen in deinem Alter und ist das Unternehmen cool, dann hast du den Jackpott und es verspricht eine absolut gute Zeit zu werden, die trotzt aller Anstrengungen und Stress in guter Erinnerung bleiben wird und dir zusätzlich vielleicht sogar noch die ein oder andere neue Freundin beschert. Da Hostessen sich eben in Schale werfen müssen, wirst du wahrscheinlich im „Business Outfit“ herumlaufen; Business Outfit sieht zwar schick aus, ist halt aber nicht bequem. Zumindest nicht, wenn man wie ich ansonsten eher der Fraktion „Jogginghose“ zuzuordnen ist. Die wohl fußfeindlichsten und am wenigsten Profil besitzenden Schuhe namens „Ballerinas“ werden auf Messen deine Anzughose und die Bluse abrunden und dir tägliche platt gelaufene Füße schenken . Ist aber auszuhalten und gehört halt irgendwie dazu. Falls ihr zu den Aliens gehört, die stundenlang ohne Schmerzen in Pumps rumlaufen könnt, ist euch das auf den meisten Messen natürlich freigestellt. Einen Job Annehmen, bei dem das Tragen eben jener Pflicht ist, werde ich aber grundsätzlich immer ablehnen. Meiner Meinung nach ist es nicht zumutbar, jemanden über mehrere Tage hinweg von morgens bis abends auf diesen Stelzen rumlaufen zu lassen. Außer natürlich es handelt sich um einen ganz kurzen Job, wie zum Beispiel ein Midnight Shopping, bei dem ihr nur wenige Stunden im Einsatz seid. Da lohnt es sich dann wohl nochmal abzuwägen, ob euch die paar Kröten das beengende Gefühl am Fuß wert sind…

Besonders Messen sind oft überlaufen und aufgrund der vielen Tätigkeiten, für die eine Hostess gebucht wird, vergeht die Zeit oft wie im Flug. Natürlich kann es auch passieren, dass absolut gar nichts los ist und ihr euch stundenlang die Beine in den Bauch stehen müsst. Aber ganz ehrlich? Selbst das ist leicht verdientes Geld. Und der Gedanke der euch fortwährend begleiten sollte ist in jedem Fall sowieso immer dieser: „Ich mach den Mist jetzt hier einmal, und dann nie wieder. Ich bin nicht verpflichtet noch weitere Tausend mal diesen Monat hier zu erscheinen um für lächerliche 8,50 Milchflaschen in Kartons einzusortieren.“ (So oder so ähnlich, was ich eigentlich nur versucht habe damit ausdrücken ist, dass ihr als Hostess ein sogenanntes „Leiharbeiterverhältnis“ eingeht. Das heißt, dass ihr euch für diesen einen Job, der in diesem einen Zeitraum stattfindet, verpflichtet habt. Und danach nie wieder. Super, oder?)

Es hängt  also von so vielen Faktoren ab, ob der jeweilige Job euch Spaß machen wird oder nicht. Dazu gehören der Kunde, die anderen Hostess, der Aufgabenbereich, die Stimmung allgemein, usw. Das kann euch natürlich vor dem Job niemand vorhersagen und das wird von Aufgabe zu Aufgabe auch variieren. Sollte euch wirklich mal ein Unternehmen schlecht behandeln, heillos überfordern oder dummerweise doch was mit den Berufsgrenzen von Hostess und Callgirl durcheinander gebracht haben (wie dusselig…) müsst ihr euch das natürlich in keinem Fall gefallen lassen. Wenn euch irgendwas auch nur auf die entfernteste Weise komisch, anrüchig oder was auch immer vorkommt, seid ihr frei in der Entscheidung das Verhältnis aufzulösen, eure Sachen zu packen und abzudampfen! Ich spreche hier natürlich vom Worst-Case Szenario, dass euch mit größter Wahrscheinlichkeit nicht ereilen wird.

Natürlich ist der Hostess-Job kein Job auf Lebenszeit, da die Einsätze und das davon abhängende  Gehalt eben doch immer stark daran gebunden ist, wie oft ihr dann tatsächlich gebucht werdet. Als Nebenjob zum Studium oder auch zur Ausbildung eignet er sich aber grade wegen dieser Flexibilität alle mal!

Hier nochmal eine kleine Zusammenfassung für alle die genau wie ich oft zu faul dafür sind sich ellenlange Texte durchzulesen, wenn sie doch nur ein Minimum an Informationen benötigen:

 

Typische Aufgaben: (variieren natürlich je nach Job)

Getränke servieren, Kaffee machen, Essen servieren, Aufräumtätigkeiten (Stand/Theke/etc.) sauber halten, Besucher/Gäste begrüßen, Akkreditierungsaufgaben, Promotion

 

Pro:

+ Flexibilität  +Gutes Gehalt  +viel Geld innerhalb kurzer Zeit  +Kontakte  +Spontanität +Abwechslung

 

Contra:

– Keine konstanten Einnahmen  –Schwierig zu planen, da viele Kunden erst kurz vor Jobantritt Bescheid geben   – nur in großen Städten sinnvoll

Hal

Hier gehts zu meiner Agentur!

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Wenn ihr Glück habt, arbeitet ihr dann auch mal mit so freshen Barista zusammen, die euch einfachmal morgens euren persönlichen Kaffee servieren!

 

Ich hoffe, dass euch dieser Beitrag einen kleinen Einblick in den Nebejob erbracht hat und ihr jetzt besser abwägen könnt, ob ihr euch als Hostess bewerben wollt oder eben vielleicht auch nicht!

Go for it und vergesst nicht, mir von euren Erfahrungen zu berichten!

 

3 Gedanken zu “Hostess als Nebenjob

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